Bei einer Schadsoftware spricht man von einem Trojaner – warum?

Der Artikel warnt vor TrojanernEine Schadsoftware ist ein Alptraum für jeden Computernutzer. Die Schäden, die durch eine solche Schadsoftware angerichtet werden können, sind zum Teil verheerend. Jeder fürchtet sich also zu Recht vor solchen tückischen Trojanern. Aber was macht die Trojaner eigentlich so tückisch? Zur Beantwortung dieser Frage hilft nur ein Rückgriff auf die griechische Mythologie.

Der Begriff des Trojaners

Die griechische Mythologie beschreibt den Kampf der Griechen gegen die Stadt Troja in dem sog. Trojanischen Krieg, welcher bereits zehn Jahre angedauerte, ohne dass die Griechen mit ihren Eroberungstaktiken Erfolg gehabt hätten. Mit Hilfe des Sehers Kalchas erfanden die eroberungssüchtigen Griechen dann eine List, nämlich das “Trojanische Pferd”. Hierbei handelte es sich, so die mythologische Überlieferung, um ein riesiges Holzpferd, in dessen Bauch sich eine stattliche Anzahl von Soldaten verstecken konnte. Die Griechen gaukelten nunmehr den Trojanern den Abzug ihrer Streitmacht vor und machten die Trojaner glauben, bei dem Holzpferd handele es sich um ein Weihegeschenk an die Göttin Athene. Sollten die Einwohner Trojas dieses Weihegeschenk zerstören, so brächte dies Unheil über Troja und seine Bürger. Sollten sie es jedoch in ihre Stadt bringen, so würde es ihnen Schutz vor weiterem Unbill angedeihen. Die Trojaner, durch die Versprechungen der Griechen geblendet, zogen das riesige Holzpferd innerhalb der Stadtmauern ihrer Stadtbefestigung und stellten es vor dem Tempel der Athene auf. Was die Trojaner nicht ahnten, war, dass sich in dem Bauch des Holzpferdes griechische Soldaten versteckt hielten. Diese krochen in der Nacht aus dem Bauch des Pferdes hervor und öffneten der lauernden Streitmacht die Stadttore Trojas. Die Griechen konnten somit ungehindert in die Stadt eindringen und diese zerstören. Soweit die Mythologie.

Trojanische Pferde heute

Wenn Ihnen heute jemand ein Geschenk mit gefährlichem Inhalt anbietet, so wird landläufig in einem übertragenen Sinne von einem “Trojanischen Pferd” gesprochen. Und solch ein “Trojanisches Pferd” kann Ihnen beispielsweise als Anhang einer E-Mail gesendet werden. Wenn Sie diesen Anhang geöffnet haben, hat sich Ihr Computer möglicherweise schon eine gefährliche Schadsoftware, sprich einen Trojaner, eingefangen. Denn diese E-Mails mit anhängenden Dateien, enthalten oftmals versteckte Schadsoftwares, ähnlich wie die griechischen Soldaten im Trojanischen Pferd. So hat der Begriff “Trojaner” den Weg in die Computersprache gefunden.

Trojanische Pferde als Backdoors

In die Fachsprache der Programmierer übertragen, bedeuten Trojaner sogenannte Backdoors, die eine Hintertür im Betriebssystem öffnen, durch die Hacker dann unerlaubt Daten abrufen, oder Viren installieren können. Das Zerstörungswerk dieser Trojaner ist ähnlich wie das des mythologischen “Trojanischen Pferdes”. Sie sind in der Lage, Benutzerdaten auszuspähen, Anwendungen zu kontrollieren oder gar Festplatten zu löschen und Betriebssysteme unbrauchbar zu machen. Sollten Sie derartigen Gefahren gegenüber nun sensibler geworden sein, ergreifen Sie Schutzmaßnahmen, damit es Ihnen nicht so ergeht, wie einst den besiegten Trojanern.

Image: so47 – Fotolia

Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Viren abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>